ResearchPad - leitthema https://www.researchpad.co Default RSS Feed en-us © 2020 Newgen KnowledgeWorks <![CDATA[Neue intensivmedizinische Herausforderungen durch Klimawandel und globale Erderwärmung]]> https://www.researchpad.co/article/elastic_article_9324 In den letzten 5 Dekaden wird ein kontinuierlicher Anstieg der globalen mittleren Temperatur registriert; darüber hinaus häufen sich Naturkatastrophen (z. B. schwere Stürme, Überflutungen, Dürren und großflächige Brände). Die Auswirkungen von globaler Erderwärmung und Klimawandel auf die Gesundheit betreffen die Zunahme von respiratorischen, kardiovaskulären, renalen und kognitiv-psychischen Erkrankungen. Des Weiteren lässt sich auch in Europa eine Veränderung der Häufigkeit und des Musters von Infektionskrankheiten beobachten.Material und MethodenIn diesem Beitrag werden die wesentlichen Studien präsentiert, die sich mit klimawandelassoziierten Erkrankungen befassen, mit besonderem Blick auf solche Erkrankungen, die eine Herausforderung für die Intensivmedizin darstellen.ErgebnisseAktuelle epidemiologische Daten und statistische Extrapolationen legen nahe, dass Erkrankungen im Gefolge des Klimawandels (akute infektionsbedingte respiratorische und intestinale Erkrankungen, Exazerbationen bei vorbestehender Lungenschädigung, hitzebedingte Dehydratation, zerebrale Insulte und Myokardinfarkte) für die Intensivmedizin von Relevanz sind. Ein besonderes Augenmerk liegt auf einer signifikanten Zunahme von akuten Nierenschädigungen während Hitzewellen. Ein bisher nichtgekanntes „Muster“ der Infektionskrankheiten erfordert neue Kenntnisse und gezieltes Management. In einigen Studien wurden nach Hitzewellen und Naturkatastrophen anhaltende psychische Beeinträchtigungen der Betroffenen, z. B. posttraumatische Belastungsstörungen, registriert.SchlussfolgerungenDie Intensivmedizin muss sich den Herausforderungen durch globale Erderwärmung und Klimawandel stellen. Sowohl langsame, aber kontinuierliche (Anstieg der Temperatur) als auch akute Veränderungen (Hitzewellen, Naturkatastrophen) werden den steigenden Bedarf intensivmedizinischer Leistungen (z. B. auch eine steigende Nachfrage nach Nierenersatzverfahren) induzieren. Intensivmediziner werden sich mit der Diagnostik und dem Management von klimawandelassoziierten Erkrankungen beschäftigen müssen. Eine Initiative der betroffenen Fachgesellschaften ist begrüßenswert. ]]> <![CDATA[Medizinische Apps – Möglichkeiten bei Pruritus]]> https://www.researchpad.co/article/elastic_article_9322 Apps begleiten uns zunehmend in unserem Leben. Auch bei der Versorgung von Pruritus könnten Apps einen Beitrag leisten.Ziel der ArbeitZiel dieses Beitrags ist es, einen Überblick über bereits verfügbare Apps für Pruritus zu vermitteln. Zusätzlich soll dargestellt werden, ob und wie die identifizierten Pruritus-Apps validiert worden sind und welche Angebote womöglich noch fehlen.Material und MethodenDie 2 größten App-Stores sowie PubMed und Google wurden nach Apps mit Bezug zu Pruritus durchsucht. Relevante medizinische Apps wurden dokumentiert und hinsichtlich ihrer Funktionen kategorisiert. Zusätzlich wurde über PubMed recherchiert, welche Apps wissenschaftlich validiert wurden.ErgebnisseEs wurden 21 Apps mit Bezug zu Pruritus identifiziert. Bei 12 dieser Apps stand Pruritus dabei im Vordergrund, während 8 Apps Pruritus im Kontext einer damit einhergehenden Erkrankung thematisierten (insbesondere Ekzeme, Urtikaria). Folgende Einsatzgebiete von Pruritus-Apps wurden identifiziert: Anamneseerhebung bei chronischem Pruritus, Erhebung von Pruritussymptomen in klinischen Studien, Erfassung von nächtlichem Pruritus, Informationen zu Pruritus und Krankheitsbilder, die Pruritus als Symptom beinhalten. Drei der Apps mit Fokus auf Pruritus wurden wissenschaftlich validiert.DiskussionEs stehen verschiedene Apps für Pruritus zur Verfügung. Die meisten Apps mit explizitem Fokus auf Pruritus richten sich jedoch an Behandler oder Wissenschaftler, während bei Apps für zugrunde liegende Erkrankungen eine größere Patientenzentrierung festgestellt wurde. Aufgrund des technologischen Fortschritts könnten Apps und Wearables in Zukunft zu einer besseren Versorgung von Pruritus beitragen.Zusatzmaterial onlineDie Online-Version dieses Beitrags (10.1007/s00105-020-04603-5) enthält zusätzliche Abbildungen. Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen im elektronischen Volltextarchiv auf https://www.springermedizin.de/der-hautarzt zur Verfügung. Sie finden das Zusatzmaterial am Beitragsende unter „Supplementary Material“. ]]> <![CDATA[Critical-illness-Myopathie und -Polyneuropathie]]> https://www.researchpad.co/article/N03c196ae-5911-4677-99fc-15c2de21460e

Zusammenfassung

Bei durchschnittlich 50–80 % der intensivmedizinisch behandelten Patienten kommt es zu einer Beeinträchtigung der neuromuskulären Funktionen durch Schädigungen der Nerven und der Muskulatur, was zu den Bezeichnungen Critical-illness-Polyneuropathie und -Myopathie geführt hat. Beide Komponenten treten bei 30–50 % der Betroffenen kombiniert auf, beim Rest überwiegt die isolierte Myopathie, während die isolierte Neuropathie selten vorkommt. Mittlerweile wird der deskriptive Begriff der „intensive care unit-acquired weakness“ (ICUAW) bevorzugt. Bedeutendster Risikofaktor für die Entwicklung einer ICUAW sind Sepsis, Multiorgandysfunktion und ein „acute respiratory distress syndrome“ (ARDS). Bei mindestens einem Drittel der Patienten bestehen am Ende des Intensivstationsaufenthalts noch bleibende Störungen wie Lähmungen, Sensibilitätsstörungen und Gleichgewichtsprobleme. Bei etwa 10 % persistieren diese beinbetonten und stark alltagsrelevanten Störungen über das erste Jahr nach ICU-Therapie hinaus. Die reine Myopathie führt selten zu Residuen, während die neuropathische Komponente für die Langzeitbeeinträchtigungen verantwortlich ist.

]]>
<![CDATA[Nichtinfektiöse Differenzialdiagnosen von Pneumonien]]> https://www.researchpad.co/article/Ne8b9b484-b1c2-4bc7-b688-a1e2e9dafad6

Zusammenfassung

Hintergrund

Bei der Verdachtsdiagnose Pneumonie sind die Kombination aus typischer Klinik, Labor und der Nachweis einer Verdichtung in der Röntgenthoraxaufnahme in der Regel diagnostisch und es wird umgehend mit der Therapie begonnen. Studien haben jedoch gezeigt, dass bei bis zu 5 % der Patienten mit Erstverdacht auf Pneumonie eine andere (pulmonale) Erkrankung zugrunde liegt. Ein frühzeitiges Erkennen und eine Differenzierung von Erkrankungen, die eine Pneumonie vortäuschen, sind für die weitere Behandlung essenziell.

Fragestellung

Übersicht über wesentliche nichtinfektiöse Differenzialdiagnosen der Pneumonie.

Material und Methode

Es wurde eine Literaturrecherche durchgeführt.

Ergebnisse

Da krankhafte Lungenveränderungen oft ähnliche Bilder hervorrufen und anhand der Röntgenthoraxaufnahme oder der CT-Untersuchung nicht zwischen Blut, Transsudat, Exsudat und Zellen differenziert werden kann, ist eine systematische Herangehensweise wesentlich für die Differenzialdiagnose. Dazu werden der zeitliche Verlauf, das prädominante Muster, die Verteilung der Veränderungen, zusätzliche Befunde und die Klinik berücksichtigt.

]]>
<![CDATA[Thrombopenie auf der Intensivstation]]> https://www.researchpad.co/article/N896bb9a6-e41a-46d8-82a2-fce6c84bc719

Zusammenfassung

Thrombozytopenie ist ein häufiges Phänomen in der Intensivmedizin. Eine Vielzahl von Ursachen kann für erniedrigte Plättchenzahlen verantwortlich sein. Da Plättchen Teil der primären Hämostase sind, ist Blutungsneigung die wichtigste Komplikation einer Thrombopenie. Strukturiertes Aufarbeiten der Differenzialdiagnose und Identifikation der Ursache ist essenziell, da die verschiedenen Krankheitsbilder unterschiedliche diagnostische und therapeutische Maßnahmen erfordern. Eine erniedrigte Thrombozytenzahl ist ein starker Prädiktor der Mortalität kritisch kranker Patienten.

Dieser Artikel fasst die Differenzialdiagnose und die diagnostische Aufarbeitung der Thrombopenie in der Intensivmedizin zusammen und gibt einen Überblick über die wichtigsten Krankheitsbilder und die therapeutischen Optionen.

]]>
<![CDATA[Atemwegsinfektionen bei immunsupprimierten Personen]]> https://www.researchpad.co/article/Nd0ababc6-daf0-4877-9caa-15f900fd1703

Zusammenfassung

Pulmonale Infektionen bei immunsupprimierten Patienten stellen auch heute noch eine diagnostische und therapeutische Herausforderung dar.Neue Methoden zur Früherkennung von Pilz- und Virusinfektionen geben Anlass zu der Hoffnung, dass durch eine frühzeitige gezielte Therapie die zum Teil hohe Mortalität gesenkt werden kann.Die Entwicklung neuer Medikamente verspricht eine höhere Effektivität bei geringerer Nebenwirkungsrate.Ein erfolgreiches Management erfordert die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Internisten, Infektiologen, Radiologen und Chirurgen.

]]>
<![CDATA[Gentransfer mit adenoviralen Vektoren]]> https://www.researchpad.co/article/Nbf6ed781-d512-4af5-b572-90eb8cfbbf7c

Zusammenfassung

Adenovirale Vektoren sind vielversprechende Vektoren für gentherapeutische Anwendungen bei zahlreichen angeborenen und erworbenen Krankheiten. In diesem Beitrag wird zunächst der für das Verständnis der Produktion und Funktion adenoviraler Vektoren notwendige Wissensstand zusammengefasst. Die Unterschiede, Vor- und Nachteile der einzelnen adenoviralen Vektortypen werden dargestellt. Derzeit bestehende Probleme und Unsicherheiten sowie Implikationen, die sich für Forschung und klinische Studien aus dem Todesfall im Zusammenhang mit der klinischen Gentherapiestudie in Philadelphia ergeben, werden diskutiert.

]]>
<![CDATA[Bedeutung der angeborenen Immunantwort in der Sepsis]]> https://www.researchpad.co/article/Ne47c90f8-b877-4a74-bca6-e76f464398c2

Zusammenfassung

Das angeborene („innate“) Immunsystem bekämpft erfolgreich den größten Teil unserer Infektionen, noch bevor das erworbene Immunsystem aktiviert wird. Genauere Kenntnisse über Wirkmechanismen des angeborenen Immunsystems lassen uns die Pathophysiologie systemischer Infektionen, wie der Sepsis, besser verstehen und dienen der Entwicklung neuer Therapiestrategien. Das angeborene Immunsystem ist für die erste Abwehrreaktion auf eine Infektion verantwortlich. Darüber hinaus aktiviert und interagiert es mit dem erworbenen Immunsystem. Wechselwirkungen werden über Immunzellen, wie Makrophagen und dendritische Zellen, sowie lösliche Faktoren, wie Zytokine, vermittelt. Aufgrund neuer Erkenntnisse aus Tiermodellen, die neben der Inflammation auch ein Fortschreiten der Bakterienabwehr berücksichtigen, mussten bisherige Erkenntnisse überprüft und korrigiert werden. Die Vorstellung von Sepsis als überwiegende „Überreaktion auf eine Entzündung“ wich neuen Theorien. Die Zellen des angeborenen Immunsystems erkennen Eindringlinge mit Hilfe spezieller Rezeptoren. Nach Rezeptorinteraktion führen intrazelluläre Signalkaskaden zur Zellaktivierung, durch die zahlreiche Zytokine und antimikrobielle Substanzen freigesetzt werden. Im Verlauf einer Sepsis kommt es durch verschiedene Regelkreise zu zunehmender Immunsuppression. Mit dem angeborenen Immunsystem verknüpft ist die Migration von Leukozyten in entzündetes Gewebe. Chemokine und Adhäsionsmoleküle übernehmen dabei Schlüsselrollen. Auch die Blutgerinnung ist mit dem angeborenen Immunsystem eng verzahnt. Immunzellen sezernieren „tissue factor“; dies führt über eine Kaskade u. a. zur Bildung von Thrombin. Dieses kann unter den besonderen Bedingungen der Sepsis eine disseminierte intravasale Gerinnung verursachen. Umgekehrt werden durch Thrombin auch Endothelzellen zur Freisetzung von Chemokinen und Adhäsionsmolekülen angeregt; dies stellt einen positiven „Feedback-Mechanismus“ für die angeborene Immunantwort dar. Neue Therapieansätze zur Sepsis versuchen diese Regelkreise zu durchbrechen und durch Blockade von Zytokinen, Rezeptoren oder durch Aktivierung immunstimulierender Systeme eine ausgewogene Reaktion des angeborenen Immunsystems ohne Suppression der antibakteriellen Funktion zu erzielen.

]]>
<![CDATA[Hämovigilanz von Blutkomponenten Meldungen an das Paul-Ehrlich-Institut vom 1.1.1995 bis zum 15.11.1998]]> https://www.researchpad.co/article/Ne14d36e4-0512-4d36-b013-480b83f2b3e7

Zusammenfassung

Zelluläre Blutprodukte sind in Deutschland zulassungspflichtige Arzneimittel. Das Meldeverfahren und die Analyse und Bewertung der Verdachtsfälle aus den Daten der Spontanerfassung werden vorgestellt. In der Zeit vom 1.1.1995 bis 1.11.1998 wurden insgesamt 1488 UAW-Verdachtsfälle im Zusammenhang mit zellulären Blutprodukten und Frischplasma gemeldet. 1270 Berichte (85,34%) betrafen Verdachtsfälle von Virusübertragungen, 187 (12,56%) immunologische Transfusionsreaktionen und 31 (2,06%) bakterielle Infektionen. Bei den Verdachtsfällen der viralen Infektionsübertragungen wurde in jedem Fall gemäß den Empfehlungen des Arbeitskreises Blut ein ,,Look-back-Verfahren” durchgeführt. Von den 1270 Berichten konnte in 864 Fällen (68%) aufgrund der Spendernachuntersuchung die Kausalität zu dem verabreichten Blutprodukt ausgeschlossen werden. In 118 Fällen (9,3%) wurde ein nachträglich infektiöser Spender gefunden. Es handelte sich um 21 HIV-, 81 HCV- und 16 HBV-Infektionen. Die Meldungen wurden nach Therapiejahr aufgeschlüsselt, so daß eine Unterscheidung der Fälle vor und nach Einführung des Spenderscreenings durchgeführt werden konnte. 51 Übertragungen stammen aus der Zeit, als die Spender noch nicht auf virologische Antikörper untersucht wurden. Insgesamt 67 Infektionen (3 HIV, 48 HCV und 16 HBV) sind auf das diagnostische Fenster der einzelnen Infektionen zurückzuführen. Bei Transfusionsreaktionen muß in Deutschland verglichen mit Frankreich und Großbritannien von einem Underreporting ausgegangen werden. Die aufgetretenen Infektionen, die auf zelluläre Blutprodukte zurückgeführt werden konnten, spiegeln in ihrer Häufigkeit das in der wissenschaftlichen Literatur beschriebene Restrisiko.

]]>
<![CDATA[Infektionsassoziierte Hautblutungen]]> https://www.researchpad.co/article/N24a240f6-ac52-4479-8e1c-c8dc61ba5259

Zusammenfassung

Eine Vielzahl von bakteriellen, viralen oder parasitären Infektionserkrankungen kann mit hämorrhagischen Effloreszenzen einhergehen. Die Symptomkonstellation Fieber und Petechien kann Vorbote einer fulminanten bakteriellen Sepsis sein, die einer sofortigen intensiven Therapie zugeführt werden muss. Viel häufiger liegt der Symptomatik aber ein harmloser selbstlimitierender Virusinfekt zugrund, sodass man in Bezug auf das Ausmaß der notwendigen Diagnostik vor einem Dilemma steht. Der vorliegende Beitrag gibt eine Übersicht über die Differenzialdiagnosen und Pathophysiologie infektionsassoziierter Hautblutungen, und es wird ein differenzialdiagnostischer Algorithmus für die Diagnosefindung bei der Konstellation Fieber plus Petechien vorgeschlagen.

]]>
<![CDATA[Einsatz der Lungen- und Pleurasonographie in der Notfall- und Intensivmedizin]]> https://www.researchpad.co/article/N04a938c3-bc90-4cd9-a078-a5cd0e879e4f

Zusammenfassung

Die bettseitige Lungensonographie (LUS) dient in Notaufnahmen und auf Intensivstationen als wertvolles Instrument, um häufige Lungenerkrankungen zu diagnostizieren. Der Verlauf kann kontrolliert und die klinische Strategie geplant werden. Die LUS benötigt wenige Minuten und ist eine brauchbare Ergänzung zur physikalischen Untersuchung. Frakturen der Rippen und des Sternums können gut dargestellt werden. Minimale pleurale Flüssigkeitsansammlungen (Erguss, Hämatothorax) werden detektiert. Mittels LUS kann zwischen einem Lungenödem und einer Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung differenziert werden. Entzündungen, wie Pleuritis und Pneumonie, sind besser darstellbar als im Röntgenthoraxbild, sodass LUS bei ambulant erworbener Pneumonie die Röntgenuntersuchung ersetzen könnte. Bei ventilatorassoziierten Pneumonien oder Atelektasen können diese dargestellt werden und es kann die Wiederbelüftung gut kontrolliert werden. Eine Herz-Lungen-Beinvenen-Triple-Sonographie entsprechend dem klinischen Status hilft, die Diagnose der Lungenembolie zu verbessern. Diese sollte ein Instrument für viele Ärzte sein, speziell in Notaufnahmen.

]]>
<![CDATA[Das Fachgebiet Anästhesie abseits der westlichen Medizin]]> https://www.researchpad.co/article/Nb965aafa-1a78-4d95-b039-06f5196814ba

Zusammenfassung

Während die Anästhesie in den letzten Jahrezehnten in den westlichen Nationen zu einem großen Fachgebiet herangewachsen ist, beschränkt sie sich in den Entwicklungs- und Schwellenländern zumeist noch auf ihr Kerngebiet, die perioperative Betreuung chirurgischer Patienten. Schlechte sozioökonomische Strukturen und eine mangelnde Finanzierung der Gesundheitssysteme bedingen einerseits eine hohe Krankheitsbelastung der Bevölkerung, andererseits einen hohen Anteil an Eigenfinanzierung der Gesundheitskosten durch die Patienten sowie inadäquate personelle, infrastrukturelle und materielle Ausstattung der meisten Krankenanstalten. Im Bereich der Anästhesie stellen unzureichende Ausbildungsstandards, der weit verbreitete Mangel an Sauerstoff, medizinischen Gassystemen und lokal einsetzbarer Medizintechnik wichtige limitierende Faktoren dar. Studien, die die Situation der Anästhesie in den Entwicklungs- und Schwellenländern näher evaluieren, werden dringend benötigt, um auf nationaler/internationaler sowie auf institutioneller und privater Ebene sinnvolle Hilfe zur Entwicklung der Anästhesie in den armen Ländern leisten zu können.

]]>
<![CDATA[Gentherapie zur Behandlung der akuten inflammatorischen Immunantwort]]> https://www.researchpad.co/article/N08cf48a4-dca1-4d6f-8afb-1d23713e114b

Zusammenfassung

Im Rahmen der initialen Immunantwort auf ein schweres Gewebetrauma stellt die akute Inflammation heute immer noch ein ernstzunehmendes intensivmedizinisches Problem dar. Die modernen Verfahren der Gentherapie haben im Zuge der stetigen Weiterentwicklung erste Behandlungserfolge hinsichtlich einer reduzierten Morbidität und Mortalität in diversen Tiermodellen der akuten Inflammation verzeichnen können. Dabei spielt die Applikation inflammatorischer Antagonisten mit Hilfe viraler oder nicht-viraler Vektoren eine wesentliche Rolle. Neueste Erkenntnisse aus der Nutzung der funktionellen Eigenschaft diverser immunkompetenter Zellen (wie z. B. dendritische Zellen) in Kombination mit der gentherapeutisch induzierten Überexpression antiinflammatorischer Zielproteine haben das therapeutische Spektrum um ein Vielfaches erweitern können. Die Ergebnisse zahlreicher Experimente im eigenen septischen Mausmodell versprechen zusammen mit den Erkenntnissen aus zahleichen anderen internationalen Studien ein revolutionäres Behandlungskonzept in der Therapie und Prävention akuter inflammatorischer Erkrankungen zu werden.

]]>
<![CDATA[Krebspatienten in der operativen Intensivmedizin]]> https://www.researchpad.co/article/N2493481c-e098-4c33-97ba-d74cf4d74ab8

Zusammenfassung

Die Prävalenz onkologischer Erkrankungen ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig angestiegen. Durch neue Therapieoptionen können immer mehr Patienten mit einem kurativen Therapieansatz behandelt werden. Diese individualisierten und teilweise sehr aggressiven Therapien können jedoch auch zu schweren Nebenwirkungen führen. Diese sollten als wichtige Differenzialdiagnosen zu anderen vitalbedrohlichen Krankheitsbildern auch dem im OP und als Intensivmediziner tätigen Anästhesisten bekannt sein. Krebspatienten werden häufig auf operativen Intensivstationen aufgenommen, um Komplikationen der malignen Grunderkrankung oder auch Nebenwirkungen einer operativen oder konservativen Therapie zu behandeln. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die maligne Grunderkrankung entgegen bisheriger Annahme keinen wesentlichen Einfluss auf das Intensivüberleben hat. Bei der Aufnahme eines onkologischen Patienten sollte daher die akut vorliegende Organdysfunktion zunächst im Vordergrund stehen. Bei der Therapiezielplanung gilt es, nicht zu übersehen, wann ein kuratives in ein palliatives Konzept übergehen muss. Hierfür müssen neue Aufnahmestrategien und -kriterien entwickelt und evaluiert werden. In diesem Übersichtsartikel werden Diagnosen und Therapien häufiger intensivmedizinischer Krankheitsbilder von onkologischen Patienten sowie Nebenwirkungen moderner onkologischer Therapien dargelegt und Aufnahmestrategien für Patienten mit malignen Erkrankungen vorgestellt.

]]>
<![CDATA[Respiratorische Notfälle im Kindes- und Jugendalter]]> https://www.researchpad.co/article/Nab7c3f43-2b4e-4d58-98f5-bddeee025638

Zusammenfassung

Zu den häufig vorkommenden Symptomen respiratorischer Notfälle bei Kindern und Jugendlichen zählen Dyspnoe, inspiratorischer Stridor, Pfeifen und Giemen, Zyanose und Thoraxschmerz. Die Atemwege von Säuglingen und Kleinkindern sind eng und weich, und die Sauerstoffreserve ist gering. Durch Erschöpfung der Atemmuskulatur kann es bedrohlich schnell zur respiratorischen Insuffizienz kommen. Symptome, Diagnose, Differenzialdiagnose und Therapie einer Fremdkörperaspiration, des Krupp-Syndroms, der Epiglottitis, der bakteriellen Tracheitis, der Bronchiolitis und des akuten Asthmaanfalls werden im Detail erläutert.

]]>
<![CDATA[Verbreitung von Hantavirusinfektionen in Deutschland]]> https://www.researchpad.co/article/Nbbf9e6d6-3879-488c-90d6-c564a340a64f

Zusammenfassung

Hantaviren gehören zur Gruppe der so genannten „emerging viruses“. Die in Europa vorkommenden humanpathogenen Viren rufen ein als „hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom“ bezeichnetes Krankheitsbild unterschiedlicher Schweregrade hervor. Für die Diagnostik von Hantavirusinfektionen werden in der Regel Immunfluoreszenztests unter Verwendung Virus-infizierter Zellen oder Enzymimmunoassays und Immunoblots unter Verwendung rekombinanter Nukleokapsidproteinderivate eingesetzt. Für einen hochsensitiven Nachweis im Enzymimmunoassay ist der Einsatz des jeweiligen homologen Hantavirus-Nukleokapsidproteins notwendig. Zur serologischen Typisierung eignen sich Neutralisationstests, die jedoch in einigen Fällen nur bei Verwendung von Seren aus der späten Rekonvaleszenzphase aussagefähige Ergebnisse liefern. Die Seroprävalenz der Normalbevölkerung in Deutschland beträgt etwa 1%. Bei beruflich exponierten Risikogruppen, wie z. B. Waldarbeitern, wurde eine gegenüber der Normalbevölkerung höhere Seroprävalenz beobachtet. Endemiegebiete für Hantavirusinfektionen befinden sich insbesondere in Baden-Württemberg. In den Jahren 2001–2003 wurden bundesweit jährlich ca. 200 klinisch apparente Hantavirusinfektionen gemeldet. Ergebnisse von Neutralisationstests haben bisher nur Hinweise auf das Vorkommen von humanen Puumala- und Dobravavirusinfektionen, in sehr seltenen Fällen auch auf Infektionen mit Tulavirus gegeben. Bisher wurden in Deutschland nur milde bis moderate Verläufe von Hantavirusinfektionen beobachtet. Bis zu 10% der jährlich gemeldeten, klinisch apparenten Hantavirusinfektionen gehen auf importierte Infektionen zurück. Gegenwärtig liegen nur wenige molekulargenetische Befunde zur Verbreitung von Hantaviren in Deutschland vor. Weitere Untersuchungen an Patienten und bei Nagetieren sind notwendig, um diesbezüglich präzisere Informationen zu erlangen und die Gefährdung der Bevölkerung genauer beurteilen zu können.

]]>
<![CDATA[Neue Influenza-A/H1N1-2009-Virus-Pandemie]]> https://www.researchpad.co/article/N55e9f4ef-1c98-4605-b04e-6ed5968dd7de

Zusammenfassung

Mit dem Auftreten der Neuen Influenza A/H1N1 2009 als Pandemie hat auch in Deutschland die Zahl der Neuerkrankungen rasch zugenommen. Nach wie vor zeigen die meisten Erkrankten eine milde Ausprägung. In Einzelfällen kommt es jedoch zu schweren Verläufen, die eine stationäre oder intensivmedizinische Behandlung erfordern. Während mittlerweile für die Behandlung von Patienten mit A/H1N1v-Infektion im ambulanten und allgemeinstationären Bereich zahlreiche Empfehlungen und Stellungnahmen vorliegen, ergeben sich bei erforderlicher Intensivbehandlung teilweise vollkommen neue Fragestellungen. Nachfolgend wird daher auf dem Boden der aktuellen Literatur, eigener Erfahrungen und einschlägiger Empfehlungen von Gesundheitsbehörden das Vorgehen bei Patienten mit schwerem intensivpflichtigen Verlauf einer A/H1N1v-Infektion dargestellt. Bereits aus Anamnese und zeitlichem Verlauf der Symptome ergeben sich erste wichtige Schlussfolgerungen hinsichtlich weiterer therapeutischer und hygienischer Maßnahmen. Das Verfahren der Wahl zum diagnostischen Nachweis von A/H1N1v ist die Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Liegen bestimmte Risikofaktoren vor (z. B. Schwangerschaft, Immunsuppression, Adipositas), steigt die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs der Influenza A/H1N1v 2009. Noch bevor die Testergebnisse vorliegen, sollten daher bei begründetem Verdacht die antivirale Therapie eingeleitet und Isolations- bzw. Personalschutzmaßnahmen getroffen werden. Die weitere intensivmedizinische Therapie zielt auf die Beherrschung begleitender Organkomplikationen ab (z. B. nichtinvasive bzw. maschinelle Beatmung bei drohender Hypoxämie). Zur Vermeidung einer bakteriellen Sekundärinfektion ist bei schwerer respiratorischer Insuffizienz frühzeitig eine kalkulierte antiinfektive Therapie indiziert. In Anbetracht der hohen Dynamik bei der Entwicklung einer respiratorischen Insuffizienz kann eine extrakorporale Membranoxygenierung notwendig werden. In diesem Fall sollte frühzeitig mit einem entsprechenden Zentrum Kontakt aufgenommen werden.

]]>
<![CDATA[Perioperative Anämie]]> https://www.researchpad.co/article/N20794b66-111e-4338-bb4c-2b456843dd97

Zusammenfassung

Anämie ist speziell bei der älteren Bevölkerung ein häufiger Befund und weist meist auf eine ernste Grunderkrankung hin. Hauptursachen einer präoperativen Anämie sind akute oder chronische Blutungen, Eisenmangel, Niereninsuffizienz sowie entzündliche und neoplastische Prozesse. Chirurgisch induzierte Blutungen, häufige diagnostische Blutabnahmen sowie eine Störung der Erythropoese durch das Operationstrauma können präoperativ bestehende milde Anämien weiter verstärken. Nicht nur bei der Normalbevölkerung, sondern v. a. bei chirurgischen Patienten und Intensivpatienten ist das Auftreten niedriger Hämoglobinwerte mit einem deutlichen Anstieg der Morbidität und Mortalität verbunden. Dieses Anämie-assoziierte Risiko wird durch das Vorbestehen kardiovaskulärer Erkrankungen, großen intraoperativen Blutverlust sowie ein hohes Lebensalter zusätzlich erhöht.

Im Gegensatz zu etablierten therapeutischen Vorstellungen zeigte sich, dass durch Transfusion von Erythrozyten über Hämoglobinwerte von 8–10 g/dl hinaus weder beim chirurgischen Patienten noch Intensivpatienten ein positiver Einfluss auf Morbidität oder Mortalität nachweisbar ist. Abgesehen von den dabei nicht erfassten Langzeitrisiken der Fremdbluttransfusion, scheint hingegen die großzügige Verabreichung von allogenen Blutprodukten die postoperative Komplikationsrate eher noch zu erhöhen. Daher geht der Trend hinsichtlich der anzuwendenden Transfusiontrigger zu einer eher restriktiveren Auslegung derzeit gültiger Transfusionsrichtlinien.

Erlaubt die Dringlichkeit der Situation eine genauere diagnostische Abklärung, so sollte zur Minimierung des Risikos statt einer symptomatischen Behandlung die Ursache der Anämie korrigiert und der kardiovaskuläre und pulmonale Status des Patienten therapeutisch optimiert werden. Bei Eisendefiziten soll rechtzeitig eine adäquate Substitution eingeleitet werden. Ebenso wird rekombinantes humanes Erythropoietin erfolgreich bei der renalen Anämie, der Anämie der chronischen Erkrankung, beim perioperativen oder kritisch kranken Patienten sowie zur Steigerung der Effektivität autologer Verfahren eingesetzt.

]]>
<![CDATA[Stellenwert der Gentherapie in Unfallchirurgie und Orthopädie]]> https://www.researchpad.co/article/N87ff3a80-360f-4e72-a76c-28c07ceae818

Zusammenfassung

Mit Hilfe molekularbiologischer und gentechnologischer Methoden kann durch den Transfer von spezifischen Genen das Erbgut einer Zelle verändert werden. Hierdurch werden die Zellfunktionen so moduliert, dass die Zelle, die durch das implantierte Gen verschlüsselte Funktionen erhält, Proteine synthetisiert, die sie normalerweise nicht oder nur in geringen Mengen produziert.

Wie erste tierexperimentelle Studien zeigen, kann die Gentherapie die Heilungs- und Regenerationsfähigkeit der Haut, von Sehnen, Knorpel und Knochen unterstützen und beschleunigen. In jüngster Zeit werden in Tierversuchen neue Vektoren mit einer geringeren Immunogenität und verbesserten Steuerbarkeit sowie einer erhöhten Transfersicherheit getestet. Es ist zu erwarten, dass die Gentherapie in den nächsten Jahrzehnten bei der Frakturheilung, der Sanierung von Knorpelschäden und für die Behandlung von Infektionen einen bedeutenden Stellenwert einnehmen wird.

]]>
<![CDATA[Genpolymorphismen beim Intensivpatienten]]> https://www.researchpad.co/article/N6b07005b-d49a-4508-81a2-c0e094f59e9e

Zusammenfassung

Die enormen Fortschritte der molekularbiologischen Grundlagenforschung haben unser Verständnis der pathophysiologischen Mechanismen von Erkrankungen entscheidend vorangetrieben. Die große interindividuelle Variabilität von Krankheitsverläufen in der Intensivmedizin lässt sich häufig nicht allein durch bekannte Risikofaktoren erklären. Vielmehr scheint auch der Genotyp des einzelnen Patienten Inzidenz, Verlauf und Mortalität schwerster Krankheitsbilder zu verändern. Im Rahmen von Genassoziationsstudien wurde eine Vielzahl genetischer Polymorphismen untersucht, die in der Intensivmedizin eine Rolle spielen könnten. Beeinflusst werden neben Entzündungsreaktionen [z. B. Tumor-Nekrose-Faktor- (TNF-)α, Interleukin- (Il-)10] auch spezifische Infektionserkrankungen (Pneumonie, Meningitis), Sepsis oder „acute respiratory distress syndrome“ (ARDS) ebenso wie die Letalität schwerst traumatisierter Patienten [Polytrauma, Schädel-Hirn-Trauma (SHT)]. Die weitere Identifizierung solcher Allo- und Haplotypen kann nicht nur erklären, warum intensivmedizinische Patienten unterschiedlich auf vergleichbare Therapien ansprechen, sondern möglicherweise auch mittels verbesserter Risikostratifizierung und an den Genotyp des einzelnen Patienten angepasster Therapie zu einer Verringerung von Morbidität und Mortalität beitragen.

]]>