ResearchPad - originalien-und-übersichten https://www.researchpad.co Default RSS Feed en-us © 2020 Newgen KnowledgeWorks <![CDATA[Meldepflichten für Infektionskrankheiten und Infektionserreger in Deutschland: Entwicklung und Verbesserungsvorschläge]]> https://www.researchpad.co/article/elastic_article_8165 Mit Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) im Jahr 2001 wurden die Meldepflichten für Infektionskrankheiten und Infektionserreger auf eine neue Basis gestellt. Erstmals wurde zwischen einer Arztmeldepflicht für Infektionskrankheiten und einer Labormeldepflicht für Infektionserreger unterschieden. Ziel war es, durch die Labormeldepflicht Ärzte zu entlasten und dadurch die Meldemoral zu verbessern. Seither ist eine Vielzahl neuer Meldepflichten hinzugekommen.

Ziele dieser Arbeit sind es, die Meldepflichten und die Anzahl der gemeldeten Fälle in Deutschland anhand ihrer Entwicklung darzulegen und zu diskutieren – auch vor dem Hintergrund der vorherigen Regelungen in Deutschland (Bundesseuchengesetz) sowie internationaler und europaweiter Empfehlungen (IHR; EU-Kommissions-Beschlüsse 1999, 2018) – und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten.

Angesichts der erheblichen Zunahme der Meldepflichten und der Meldungen in den letzten Jahren sowie der Möglichkeiten des IfSG, das neben der Meldepflicht weitere Surveillance-Systeme vorsieht, sollte das Meldewesen auf notwendige Meldepflichten fokussiert werden. Die vorgeschlagene Abschaffung der Meldepflicht für Nachweise von Noroviren und Rotaviren könnte in einem ersten Schritt sowohl die Meldenden als auch die Gesundheitsämter entlasten und so ein effizienteres Meldewesen und eine intensivere und bessere Ermittlungsarbeit der Gesundheitsämter ermöglichen.

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<![CDATA[Management der saisonalen Influenza 2017/2018: Erfahrungen an einem deutschen Universitätsklinikum]]> https://www.researchpad.co/article/N6ab6f12c-4d63-470e-88f7-6e092ab2e349

Zusammenfassung

Hintergrund

Es gibt nur wenige strukturierte klinische Erfahrungsberichte zum stationären Management einer saisonalen Influenzaepidemie.

Ziel

Die systematische Beschreibung eines Patientenkollektivs mit saisonaler Influenza an einem Universitätsklinikum zur Verbesserung von Risikostratifikation und klinischer Versorgung.

Methode

In der vorliegenden monozentrischen, retrospektiven Observationsstudie der Influenzasaison 2017/2018 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wurden Patienten mit nachgewiesener Influenzainfektion erfasst.

Ergebnisse

24 % (n = 162/676) der Influenzaabstriche in der Notaufnahme waren positiv. Insgesamt wurde bei 255 Patienten (Median 66 Jahre) eine Influenzainfektion nachgewiesen (Influenza A: n = 79, Influenza B: n = 176); davon waren 27 (15,3 %) nosokomiale Infektionen. 179 (70,2 %) Patienten wurden stationär, davon 51 (20 %) intensivmedizinisch behandelt. Patienten mit Intensivaufenthalt hatten zum Zeitpunkt der Influenzadiagnose einen erhöhten CRP-Wert (69,5 mg/dl [SD 62,8] vs. 141,7 [SD 127,2] mg/dl) und häufiger Infiltrate im Röntgen/CT des Thorax (n = 43 [33,6 %] vs. n = 43 [84,3 %]). Eine antivirale Therapie mit Oseltamivir wurde bei 74 (29,0 %) Patienten durchgeführt. 11 (6,1 %) Patienten wurden mit extrakorporaler Membranoxygenierung (ECMO) behandelt. 23 (9,0 %) Patienten verstarben. Nur 4 der Verstorbenen waren (trivalent) geimpft und waren mit Influenza B infiziert.

Diskussion

Die strukturierte Nutzung von diagnostischen Tests (Influenza-PCR, Röntgen/CT-Thorax und CRP-Wert), antiviraler Therapie (Oseltamivir), gezieltem Management der Aufnahme- bzw. der intensivmedizinischen Kapazitäten sowie die Erhöhung der Impfquoten sind wichtig zur Verbesserung der Patientenversorgung und der Ressourcennutzung während saisonaler Grippeepidemien.

Zusatzmaterial online

Zusätzliche Informationen sind in der Online-Version dieses Artikels (10.1007/s00103-019-02976-0) enthalten.

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